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Die Erosion des Normativen  |
Fachtagung zu den Beschäftigungsverhältnissen in Wohlfahtsverbänden 01.10.2009, 10:00 - 18:00 Dorothee-Sölle-Haus, Königstr.54, Hamburg
Bislang schien Prekarität vor allem ein Klientenproblem zu sein. Doch der Abschluss befristeter Verträge, der Einsatz von Arbeitsgelegenheiten und Minijobs, aber auch die generelle Verschlechterung der Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen zählen heute zur Realität in kirchlichen Wohlfahrtsorganisationen. Diakonie und Caritas werden zu „Sozialkonzernen“ auf beweglichen Kundenmärkten und unter unsicheren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Schlagworte lauten hier: Ausschreibung, Mittelakquisition, Kundenbezug und Produktorientierung. Zehrt diese Entwicklung die normative Substanz des Sozialstaates aus? Haben sich die Kirchen in eine „Marktfalle“ (Hengsbach) manövriert?
Im Rahmen der Arbeitstagung sollen sowohl die konkreten Arbeitsbedingungen in den kirchlichen Wohlfahrtsdiensten zur Sprache kommen als auch die für die Zukunft der gesellschaftlichen Wohlfahrtsorganisation relevanten gesellschaftspolitischen Fragen diskutiert werden. Mögliche Fragestellungen sind: Was ist der Gesellschaft Wohlfahrtspflege und -verantwortung wert? Wo hat die Ökonomisierung der Wohlfahrtspflege ihre Grenzen? Welche Interessen, Bedürfnisse und Orientierungen haben die „Wohlfahrtsproduzenten“? Wo liegen die Konflikte zwischen unterschiedlichen normativen Orientierungen und Perspektiven in der Wohlfahrtsarbeit? Was sind die Kriterien einer „guten“ Wohlfahrtsarbeit?
Näheres im Flyer
Dr. Berthold Vogel, Hamburger Institut für Sozialforschung
Dr. Jörg Herrmann, Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche
Frank Düchting, Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche |