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Neustart der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche

In einem feierlichen Gottesdienst am Freitag, 23. Mai 2008 (16.30 Uhr), in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen führt die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen Pastor Dr. Jörg Herrmann (49) und Frank Düchting (55) in ihre Ämter als Leiter und Studienleiter der neu im Aufbau befindlichen Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche ein. Im Rahmen des anschließenden Empfangs im Dorothee-Sölle-Haus werden Kultursenatorin und Kirchentagspräsidentin Prof. Dr. Karin von Welck, Julika Rollin von der Organisation Common Purpose, Propst Gerhard Ulrich als Vertreter der Kirchenleitung und Pastor Klaus-Dieter Kaiser als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Evangelischer Akademien in Deutschland Grußworte sprechen.Gut drei Jahre nach der umstrittenen Schließung der Evangelischen Akademie Nordelbien mit Tagungsstätten in Hamburg und Bad Segeberg hatte die Nordelbische Synode im Februar 2007 den Neubeginn der Akademiearbeit beschlossen. Ende 2007 nahmen Pastor Dr. Jörg Herrmann und Frank Düchting in Büros im Hamburger Dorothee-Sölle-Haus ihre Arbeit auf, seit dem ersten Januar 2008 werden sie durch die Sachbearbeiterin Angela Sicks unterstützt.

Inhaltlich ist die neu im Aufbau befindliche Akademiearbeit der Tradition Evangelischer Akademien verpflichtet, strukturell geht sie neue Wege. Im Zentrum der neuen Struktur steht eine doppelte Funktion der Hamburger Arbeitstelle: zum einen wird sie selbst Initiatorin und Autorin von Angeboten sein, zum anderen soll sie der Vernetzung und Profilierung der nordelbischen Bildungsarbeit auf Akademieniveau dienen. Zur Unterstützung und Profilierung der regionalen Angebote stehen Haushaltsmittel zur Verfügung, die auf Antrag vergeben werden. Die Gesamtstruktur der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche wird somit aus einem nordelbischen Akademie-Netzwerk mit einem kommunikativen Knotenpunkt in Hamburg gebildet werden. Auch mit der Evangelischen Akademie Hamburg wird es eine enge Zusammenarbeit im Rahmen des Netzwerkes der Bildungsanbieter geben. Eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und Veröffentlichung der Angebote wird eine Internetseite spielen, die Ende Mai unter der Adresse www.akademie-nek.de veröffentlicht wird.  

Ihre vorrangige Aufgabe sieht die neue Akademie darin, den kontroversen Gegenwartsfragen unserer Gesellschaft in der Stadt und auf dem Land ein Forum zu geben, protestantische Positionen deutlich zu machen und für die öffentliche Relevanz des Evangeliums einzutreten. Zu diesem Zweck sucht die Akademie das Gespräch mit den Verantwortungsträgern in den unterschiedlichen Bereichen des religionskulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens wie auch den Weg in die Öffentlichkeit. Zwei Themenfelder stehen dabei im Vordergrund: 1. Religion und Kultur, 2. Gerechtigkeit und Bildung. Fragen des Miteinanders der Religionen werden in diesem Rahmen ebenso thematisiert werden wie Fragen der Erinnerungskultur und des Dialogs von Kirche und Kino. Ausgrenzung und Armut in der Stadt werden ebenso eine Rolle spielen wie der Wandel der Arbeitswelt in den ländlichen Regionen, das Problem der Bildungsgerechtigkeit, die Evangelischen Schulen und Fragen der Wirtschaftsethik. 

Die Arbeit der Akademie wird von einem von der Kirchenleitung berufenen Beirat begleitet, in dem neben der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, Oberkirchenrätin Heide Emse, den Kirchenleitungsmitgliedern Annette Pawelitzki und Propst Gerhard Ulrich auch die Direktorin der Hamburger Akademie für Publizistik Annette Hillebrandt, die Journalistin Angelika Ohland, der Theologieprofessor Dr. Hans-Martin Gutmann, der Sozialwissenschaftler Dr. Berthold Vogel, der Philosoph Dr. Christian Gefert und der Hauptpastor und Propst Dr. Johann Hinrich Claussen vertreten sein werden.

Eine erste Tagung vom 5. bis zum 6. Juni 2008 (Do./Fr.) im Haus der Katholischen Akademie Hamburg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Hamburg, der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und dem Verein SterniPark hat das Thema "Inszenierung der Erinnerung. Das Gedächtnis des Holocaust in der Gegenwartskultur".Die Tagung greift die Problematik auf, dass die Zeitzeugen der Vernichtung weniger werden. Umso wichtiger wird der Prozess der Erinnerung an die nationalsozialistische Vernichtungspolitik im Medium der Kultur. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Tagung gegenwartskulturelle Beispiele der
Erinnerung an den Holocaust. Die Einweihung des Gebrüder-Wolf-Platzes auf Hamburg-St. Pauli am 5. Juni ist dabei ebenso Teil des Programms wie Vorträge und Präsentationen von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen, darunter Prof. Aleida Assmann, Prof. Ilka Quindeau, Jens Huckeriede und Dan Wolf aus San Francisco, Rap-Musiker und Nachfahre der Gebrüder Wolf

 

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