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Leidenschaft für das Mögliche Zum Selbstverständnis der Akademie „Leidenschaft für das Mögliche“ – diese Formulierung von Jürgen Moltmann ist ein gutes Motto für die Arbeit der neu im Aufbau befindlichen Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche. Denn Leidenschaft für die Möglichkeiten der Veränderung war und ist ein Markenzeichen des Protestantismus und seiner Akademiearbeit. Der Neubeginn unter den beschriebenen Bedingungen geschieht im Wissen um eine schwierige Vorgeschichte und mit Respekt vor einer jahrzehntelangen Tradition anspruchsvoller Akademiearbeit in der Nordelbischen Kirche.
„Ohne Angst verschieden sein“
Die Fragen der Zeit und die Themen der Akademie
Wir leben in einer Zeit des schnellen Wandels und der zunehmenden Vielfalt. Stand dieser Wandel bis in die 80er Jahre noch im Zeichen wachsender kultureller Differenzierung, zunehmender individueller Freiheiten und steigenden Wohlstands, so haben seit den 90er Jahren die Prozesse der Globalisierung und der Ökonomisierung die Spielräume vielfach wieder sehr eingeengt. Die soziale Ungleichheit hat stark zugenommen. Die Schere zwischen Armen und Reichen geht weiter auseinander, während die vielbeschworene Mitte der Gesellschaft zugleich schrumpft. In fast allen Politikfeldern, von der Umwelt über Integration und Bildung bis hin zu Arbeitsmarkt und demografischer Entwicklung, sind die Probleme deutlich geworden. Was hält die Gesellschaft in dieser Lage noch zusammen?
Wie können der Gemeinsinn gefördert und mehr Gerechtigkeit verwirklicht werden? Wie kann das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen so gestaltet werden, dass „man ohne Angst verschieden sein kann“ (Adorno)? Wie finden die Einzelnen Orientierung im Supermarkt der Sinnangebote? Die Antworten auf diese großen Fragen der Gegenwart müssen von Vielen erarbeitet werden. Die Akademie möchte im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, klarer zu sehen und weiterführende Impulse zu geben. Zwei Themenfelder stehen für die Hamburger Arbeitsstelle dabei im Vordergrund: 1. Religion und Kultur und 2. Gerechtigkeit und Bildung. In diesen Felder möchte die Hamburger Arbeitsstelle zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern Akzente setzen und Profil entwickeln. Im Blick auf die vielen wichtigen Themen (wie z.B. Medizin- und Bioethik, Gesundheitspolitik, Medienethik, Klimawandel), die mit dieser Schwerpunktsetzung nicht erfasst sind, setzt sie auf die Kompetenz und Initiative ihrer Partnerinnen und Partner.
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Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche Kirche in Hamburg |
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