Evangelische Akademie Logo  
HomeKontaktImpressumNewsletter

Veranstaltungen
Die Akademie
Team
Beirat
Programmatik
Programmheft Ev. Akademie in Hamburg
Presse
Veranstalter
Erinnerungskultur
Archiv
Akademiewoche 2011
Förderung regionaler Akademiearbeit
Themen und Texte
Leidenschaft für das Mögliche
Zum Selbstverständnis der Akademie

 „Leidenschaft für das Mögliche“ – diese Formulierung von Jürgen Moltmann ist ein gutes Motto für die Arbeit der neu im Aufbau befindlichen Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche. Denn Leidenschaft für die Möglichkeiten der Veränderung war und ist ein Markenzeichen des Protestantismus und seiner Akademiearbeit.
Nichts muss so bleiben, wie es immer schon war. Auch im Zeitalter der Globalisierung lädt die christliche Hoffnung dazu ein, die Verhältnisse so anzusehen, „wie sie gehen, sich bewegen und in ihren Möglichkeiten veränderlich sind“ (Moltmann). Die Akademie will nicht beim Status Quo stehenbleiben. Ihr geht es um Reflexion und Orientierung, um Impulse und Interventionen. Ihre Motivationsquelle ist der evangelische Glaube, der sich nicht selbst genug ist, sondern bereit ist, Verantwortung für die Gestaltung einer menschlichen Gesellschaft zu übernehmen.  
Vor diesem Hintergrund will die Akademie einen Beitrag zum Orientierungsdiskurs leisten. Zu diesem Zweck sucht sie das Gespräch mit den Verantwortungsträgern in den unterschiedlichen Bereichen des religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens, wie auch den Weg in die Öffentlichkeit. Ihre Arbeitsweise ist diskursiv und interdisziplinär. Sie will den kontroversen Gegenwartsfragen ein Forum geben, eigene Positionen deutlich machen und für die öffentliche Relevanz des Evangeliums eintreten.
Die Akademie will dabei inhaltliche Akzente setzen und zugleich eine neue Struktur der Akademiearbeit in der Nordelbischen Kirche aufbauen. Dazu gehört die Vernetzung und Profilierung nordelbischer Bildungsangebote. Durch die Einrichtung von Foren und thematischen Impulsen und nicht zuletzt durch die Förderung regionaler Projekte möchte sie den Austausch, die Abstimmung, die Kooperation, die Profilierung und die Öffentlichkeitswirkung der Bildungsangebote fördern. Die Gesamtstruktur der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche entsteht somit im Zusammenspiel zwischen der Hamburger Arbeitsstelle und einem nordelbienweiten Netzwerk regionaler Akademie-Angebote.
Der Neubeginn wurde notwendig, nachdem die „Evangelische Akademie Nordelbien“ mit Tagungsstätten in Bad Segeberg und Hamburg 2003 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden war. Gut drei Jahre nach der äußerst umstrittenen Schließung hat die Nordelbische Synode im Februar 2007 den Neubeginn der Akademiearbeit auf den Weg gebracht. Ende 2007 nahmen Dr. Jörg Herrmann und Frank Düchting in Büros im Hamburger Dorothee-Sölle-Haus ihre Arbeit auf, seit dem ersten Januar 2008 werden sie durch die Sachbearbeiterin Angela Sicks unterstützt.

Der Neubeginn unter den beschriebenen Bedingungen geschieht im Wissen um eine schwierige Vorgeschichte und mit Respekt vor einer jahrzehntelangen Tradition anspruchsvoller Akademiearbeit in der Nordelbischen Kirche.
 
 „Ohne Angst verschieden sein“
Die Fragen der Zeit und die Themen der Akademie
Wir leben in einer Zeit des schnellen Wandels und der zunehmenden Vielfalt. Stand dieser Wandel bis in die 80er Jahre noch im Zeichen wachsender kultureller Differenzierung, zunehmender individueller Freiheiten und steigenden Wohlstands, so haben seit den 90er Jahren die Prozesse der Globalisierung und der Ökonomisierung die Spielräume vielfach wieder sehr eingeengt. Die soziale Ungleichheit hat stark zugenommen. Die Schere zwischen Armen und Reichen geht weiter auseinander, während die vielbeschworene Mitte der Gesellschaft zugleich schrumpft. In fast allen Politikfeldern, von der Umwelt über Integration und Bildung bis hin zu Arbeitsmarkt und demografischer Entwicklung, sind die Probleme deutlich geworden. Was hält die Gesellschaft in dieser Lage noch zusammen?
Wie können der Gemeinsinn gefördert und mehr Gerechtigkeit verwirklicht werden? Wie kann das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen so gestaltet werden, dass „man ohne Angst verschieden sein kann“ (Adorno)? Wie finden die Einzelnen Orientierung im Supermarkt der Sinnangebote?
Die Antworten auf diese großen Fragen der Gegenwart müssen von Vielen erarbeitet werden. Die Akademie möchte im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, klarer zu sehen und weiterführende Impulse zu geben. Zwei Themenfelder stehen für die Hamburger Arbeitsstelle dabei im Vordergrund: 1. Religion und Kultur und 2. Gerechtigkeit und Bildung. In diesen Felder möchte die Hamburger Arbeitsstelle zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern Akzente setzen und Profil entwickeln. Im Blick auf die vielen wichtigen Themen (wie z.B. Medizin- und Bioethik, Gesundheitspolitik, Medienethik, Klimawandel), die mit dieser Schwerpunktsetzung nicht erfasst sind, setzt sie auf die Kompetenz und Initiative ihrer Partnerinnen und Partner.   
Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche
Kirche in Hamburg